1774 unternahm Goethe mit seinen Freunden Basedow und Lavater eine Lahnreise nach Ehrenbreitstein. Im Dezember 1774 vermittelte ein Major von Knebel die Bekanntschaft mit dem Erbprinzen Carl-August von Sachsen-Weimar, dem späteren Großherzog, der auf dem Weg zu seiner Kavaliersreise nach Paris war. Im selben Winter lernte er Elisabeth Schönemann (Lili), Tochter aus einem Frankfurter Bankiershaus, kennen. Sie wird geschildert als reizende, lebenslustige Blondine, gleichzeitig aber selbstbewusst, fein und ernsthaft. Diese junge Frau bestrickte ihn; es wurde eine verzehrende Leidenschaft. Lili war keine ungefährliche „Äbtissin“ wie seine ferne Brieffreundin Auguste von Stolberg oder bereits gebunden wie Lotte in Wetzlar. In seinen späten biographischen Notizen findet sich zwar nur die Wortreihe „Abenteuer mit Lili – Einleitung – Verführung – Offenbach”, in seinem Gedicht „Lilis Park“ erfährt man aber relativ unverschlüsselt, was dies zu bedeuten hatte. Es kam, trotz der familiären Hindernisse, zur förmlichen Verlobung, die jedoch nur ein halbes Jahr Bestand hatte.